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Psycho-Soziale-Unterstützung (PSU)

Nicht nur für die Betroffenen eine Belastung...

...Das PSU-Team betreut Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen.

Keine Zeit zum Nachdenken

Im Einsatz wird gehandelt!
Wenn Menschen oder Tiere aus Notlagen befreit, Brände gelöscht, Verletzte oder Kranke versorgt werden, wenn in Notfällen geholfen wird, dann ist für Gefühle keine Zeit.
Es gibt kaum eine Berufsgruppe, die mit soviel Leid, Sterben und Tod konfrontiert werden wie Feuerwehrleute und Rettungskräfte.

Feuerwehren und Rettungskräfte kommen immer wieder zum Einsatz, wenn der Rahmen funktionierender Normalität verlassen wird.
Mit großer technischer Professionalität erledigt man als Einsatzkraft seine Aufgabe.

  • für die man seine Bereitschaft erklärt hat,
  • für die man ausgebildet wurde,
  • die man trainiert hat,
  • ohne die eine erfolgreiche Arbeit nicht möglich ist,

nämlich Betroffenen in Not zu helfen.
Und doch lässt sich einiges so einfach nicht wegstecken.

Die Bilder holen Dich ein

Nicht nur spektakuläre große Einsätze, auch alltägliche Routineaufgaben können Eindrücke hinterlassen, die immer wieder hochkommen und nicht so schnell zu verarbeiten sind.

Man wird konfrontiert mit:

  • entsetzlich verstümmelten oder verbrannten Menschen
  • sterbenden Menschen
  • erfolgloser Reanimation von Kindern und Erwachsenen
  • plötzlichem Kindstod
  • Opfer sinnloser Gewalt und Folgen von Kriminalität
  • Massenunfälle, zum Teil bei extremen Witterungseinflüssen, wo auch die
  • eigene Gesundheit auf dem Spiel steht
  • Suizidenten
  • der Tatsache, dass unsere Hilfe trotz aller Antrengungen zu spät kommt
  • und vielen anderen belastenden Ereignissen.


Zweifeln braucht man dann nicht an seiner fachlichen Qualifikation.
Aber es belastet, wenn man manchmal nur ohnmächtig zusehen kann, dass so etwas in unserer hochtechnisierten und zivilisierten Welt möglich ist.


Wenn es einfach zuviel wird

Man behält die Bilder, die sich da geboten haben, ganz prägnant in Erinnerung. Man kann unter Umständen nach Jahren noch jede Einzelheit wiedergeben. Ganz besonders erschwerend wirkt, wenn Kinder oder eigene Kameraden betroffen sind.

Die erlebten Bilder brennen sich in die Seele ein. Das ist eine natürliche Reaktion.

Problematisch wird es, wenn man des Nachts die Erlebnisse als Alptraum wieder erlebt, wenn am Tag diese Szenen unkontrolliert erscheinen und wenn diese mit Stressreaktionen, Unruhe, Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Angstzuständen einhergeht.

Wenn die Konfrontation mit einem Extremerlebnis solche oder ähnliche Spuren hinterläßt und alles nicht mehr so ist, wie vor dem Einsatz, ist dieses kein Grund zur Panik.

Viele dieser Reaktionen lassen sich durch Gespräche während bzw. nach einem Einsatz beeinflussen.

Doch diese Erlebnisse kann und will man oft aus verständlichen Gründen nicht mit seinen Familienangehörigen besprechen; es würde häufig auch deren Belastung nach sich ziehen.

Die Kollegen am Arbeitsplatz und der Freundeskreis scheiden ebenfalls als Gesprächsbasis meistens aus.

Einsatznachbesprechungen bewegen sich eigentlich immer nur im Rahmen einer technischen Qualitätsrückschau.

Unsere Arbeit braucht aber auch weiterhin menschliche Qualitäten, starke Helfer. Stark sein heißt für uns nicht nur, seinen Körper zu trainieren, sondern auch sich mit seelischen Belastungen bewusst und konstruktiv auseinanderzusetzen. Oft helfen schon Gespräche mit bestimmten Feuerwehrangehörigen oder Einsatzleitern. Es kann befreien und erleichtern, eigene Belastungen einfach mal anzusprechen und damit kurzfristig "Druck abzulassen".
Doch für ein ausführliches Gespräch fehlt im Arbeitsalltag oft die Gelegenheit.

Text: Landesfeuerwehrverband NRW e.V.

Datum


Mittwoch, 28. Juni 2017

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